Projekt „Regionale Literatur in Schulen bringen“ – Helmut Hirsch / Ein Erfahrungsbericht

Regionale Literatur in die Schulen bringen! Eine Projektidee von Helmut Hirsch – jetzt umgesetzt!

Muss der Funkenturm in jedem Dorf-Thriller aus Eilvese vorkommen?“ Und „warum müssen die Thriller ausgerechnet in Eilvese spielen?“ „Sind Zeitreisen möglich – und wenn, nur in die Zukunft oder auch in die Vergangenheit?“ „Haben die Personen in meinen Romanen reale Vorbilder?“ „Wie gut kann man die Halluzinationen einer KI kontrollieren?“

Diese Fragen und noch mehr haben mir Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse der KGS Neustadt am Rübenberge gestellt, als ich am 29. Juni mit ihnen über meinen Roman „Eilvese – zeitweise“ diskutiert, und aus dem soeben erschienen Roman „Der letzte Bus nach Eilvese“ vorgelesen habe. Diese Veranstaltung gehörte zu der Initiative „Regionale Literatur in die Schulen bringen!“, die ich im KULTURnetzWERK vorgeschlagen hatte. Der Vorstand reagierte positiv. Jörg Baumann schrieb die Schulen in Neustadt an, die Leitung des Fachbereichs Deutsch der KGS zeigte sich sehr interessiert und so kam es noch kurz vor den Ferien zu diesem Termin.

Dabei gab es auch kritische Bemerkungen – etwa, dass ich dem Zeitreisenden Emil in „Eilvese – zeitweise“ zu viel zugemutet hatte und seine zahlreichen Begegnungen mit den verschiedensten Menschen und Gruppen für die Leser:innen verwirrend sein können. Das habe ich für meine künftige Arbeit gerne mitgenommen.

Ich wurde auch danach gefragt, woher meine Ideen kommen. Meine Antwort – Ideen fliegen mir zu, ob ich will oder nicht. Etwa beim Spaziergang durch das Dorf am Abend. Da fährt ein Lastwagen mit PV-Modulen vorbei, nicht ungewöhnlich in Eilvese. Aber ist das wirklich ein gewöhnlicher Transport? Oder sind es besondere Module, die von Agenten gestohlen wurden?  Wohin werden sie gebracht?

Das Schwierige beim kreativen Schreiben ist für mich, diese Ideen zu einer schlüssigen, spannenden und unterhaltsamen Handlung zu formen und diese Handlung dann wiederum in einzelne Szenen zu teilen, mit glaubwürdigen Charakteren. Das macht den Löwenanteil der Arbeit aus.

Mir hat dieses Treffen mit einer Schulklasse Spaß gemacht. Der Kontakt zur KGS ist jetzt hergestellt. Ich hoffe, dass sich in Zukunft weitere interessante Gelegenheiten für Gespräche ergeben werden.

Zum guten Schluss will ich noch die erste Frage am Anfang dieses Beitrags beantworten: Na klar, das muss er unbedingt!

Helmut Hirsch

Autor + Mitglied des KULTURnetzWERKs

Anmerkungen vom Admin des KULTURnetzWERKs:

Das KULTURnetzWERK bedankt sich sehr herzlich bei Helmut Hirsch für seine Projektidee und seine Initiative, die wir – im Rahmen unserer Möglichkeiten – sehr gerne unterstützt haben.

Nicht nur nach seinem Erfahrungsbericht, sondern schon am Anfang seiner Projektidee, sind wir überzeugt davon, dass es sich auch für andere, in unserer Region wirkenden Autor:innen lohnt, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Auch in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung ist ein Buch, das man in der Hand halten kann und das Lesen immer noch äußerst beliebt. Auch bei jungen Menschen! Man erfährt, dass sich Schüler:innen mit dem Inhalt auseinandersetzen und tatsächlich auch Fragen dazu haben.

Somit rufen wir alle Autor:innen aus unserem KULTURnetzWERK erneut zum Mitmachen bei diesem Projekt auf!

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